Zweiter Tiefschlag in nur einer Woche für Fashion Europe
Mit einem Versäumnisurteil des Landgerichts Dortmund gegen Fashion Europe.Net (FE.N) endete am letzten Freitag der Streit zwischen der ehemaligen FE.N-Vertriebspartnerin P.-J. und dem Hammer Jeans Network FE.N. Bereits seit Dezember 2008 klagte P.-J. gegen FE.N wegen ausstehender Provisionen. FE.N behauptete, man schulde P.-J. keine Provisionen, weil man den Vertriebspartnervertrag fristlos gekündigt habe. Die Kündigung gegen P.-J. sollte angeblich mündlich ausgesprochen worden sein.
Als Grund führte FE.N an, P.-J. habe auf einer FE.N-Veranstaltung Duftpröbchen eines anderen Network-Unternehmens verteilt und damit unzulässige Abwerbung betrieben. Nachdem FE.N vom Landgericht Dortmund bereits verurteilt worden war, P.-J. Provisionsabrechnungen zu erteilen, sollte am vergangenen Freitag die rückständige Provision der Höhe nach verhandelt werden. Pikant: Die Rechtsvertreter von FE.N waren am Freitag erst gar nicht bei Gericht erschienen. Sie hatten P.-J.s Rechtsanwalt, Dr. Hans-Jürgen Buchmüller, Kanzlei BRANDI, Gütersloh, telefonisch kurz vor dem Termin mitgeteilt, man habe sich im Streit mit P.-J. auf die Aussagen eines ehemaligen FE.N-Präsidenten verlassen, wobei sich nunmehr herausgestellt habe, dass diese möglicherweise falsch gewesen seien. FE.N habe sich daher entschlossen, der Verfahren mit P.-J. nicht weiterzubetreiben und deren berechtigte Ansprüche zu erfüllen.
Network-Karriere-Kommentar:
Das ist schon das zweite Mal in einer einzigen Woche, dass sich der FE.N-Geschäftsführer Mike Künnecke (im Bild) in Scharadespielchen übt. Letzten Dienstag zog FE.N die Klage gegen einen Ex-Depotpartner zurück, den man auf Abführung von aus Depotverkäufen erzielten Einnahmen verklagt hatte. Grund: Angeblich hatte eine FE.N-Innendienstmitarbeiterin mit dem Depotpartner ein besonderes Arrangement getroffen, von dem Künnecke nicht gewusst haben will. Am Freitag dann ein ähnliches Spielchen: FE.N kassiert freiwillig ein Versäumnisurteil, angeblich weil der wichtigste Zeuge für FE.N bisher nicht die Wahrheit gesagt habe.
Wir freuen uns über FE.N. In Hamm sind die Networkunternehmer ehrlich, fair, so voller Anstand, dass man gleich zwei Prozesse in einer Woche, die bis zum entscheidenden Prozesstag mit aller Härte geführt wurden, ganz „freiwillig“ verloren gibt. Nicht ohne zu erwähnen, welch moralisch-ethischer Gesinnung man doch sei. Applaus liebe Networker, das ist doch mal ein Grund sich über FE.N von Herzen für so viel vorbildliche Haltung zu freuen. Leider trübt ein kleines Detail diese Gutmenschen-Show: Am 14.01.2010, gut eine Woche vor dem Prozesstag am 22.01.2010, hatte FE.N bei Gericht noch um eine Terminsverlegung ersucht, die natürlich zu einer Verzögerung des Prozesses geführt hätte.
Network-Karriere fragt sich: Wieso eigentlich Terminsverlegung, wenn man doch wusste, dass der eigene Zeuge möglicherweise die Unwahrheit gesagt hatte? Weiter: Wieso bemerkt man das erst nach mehr als einem Jahr Prozessführung? Da dürfte wohl der nicht verlegte, damit unvermeidbare Termin Vater der besseren Erkenntnis gewesen sein.


























