Abwerben – Abmahnen – Abstrafen
Die Network-Karriere geht in wenigen Wochen in das siebte Erscheinungsjahr. Eine lange Zeit, auch für eine Wirtschafts-Fachzeitung. Da flattert doch so manches auf den Schreibtisch, über das man nicht selten nur verwundert den Kopf schütteln kann. Die Gangart ist härter geworden. Der Umgang miteinander ruppiger. Nicht nur gegenüber den Mitbewerber herrscht ein anderer Ton, selbst innerhalb der eigenen Teams lässt der bisherige „wir haben uns alle lieb“-Corpgeist nach. Bussi, Bussi ja, aber immer mit offenen Augen, es könnte ja sein, dass der freundliche Kollege oder die nette Kollegin bereits auf dem Absprung zu einem anderen Unternehmen ist und möglichst viele aus dem eigenen Team mitnehmen möchte.
Könnte sein, muss aber nicht. Auch in der Vergangenheit haben Berater von A nach B gewechselt und nicht wenige, die heute aus allen Rohren auf ihre Mitbewerber feuern und sie des Abwerbens bezichtigen, wurden nicht in ihre heutigen Unternehmen hineingeboren, sondern sind irgendwann einmal dahin gewechselt. Sie wurden natürlich nicht abgeworben, von niemandem angesprochen, sondern aus unerfindlichen Gründen einem beliebigen Sponsor zugeteilt. Und ihnen sind dann gar nicht so selten jede Menge Beraterinnen und Berater aus anderen Unternehmen und Teams ohne eigenes Zutun einfach zugelaufen. „ ... der werfe den ersten Stein“, heißt es schon in der Bibel.
Wobei die Network-Karriere schon häufig die Diskussion angeschoben hat, wie Abwerbung nun eigentlich zu definieren ist. In der Wirtschaft ist es durchaus üblich, dass Mitarbeiter von einem Unternehmen zum anderen wechseln. Üblich ist es auch, dass Unternehmen ihre neuen Mitarbeiter dort suchen, wo sie von der Qualifikation am ehesten anzutreffen sind – beim Mitbewerber. Beispiele dafür gibt es vom Handwerker bis zum Vorstand genug. Zugegeben, jeder Mitarbeiterwechsel ist für die betroffenen Unternehmen ärgerlich und oft auch teuer, aber nicht zu vermeiden. Die Zeiten der Leibeigenen sind nun einmal schon lange vorbei.
Ganz anders denkt man in dem einen oder anderen Network-Marketing-Unternehmen oder dessen Vertriebsteams. Obwohl deren Vertriebspartner selbstständige Unternehmer sind, die eigentlich tun und lassen können, was sie wollen, kommt es bei einem Wechsel immer wieder zu unschönen Auseinandersetzungen, die zum Teil unter der Gürtellinie und auch noch in der Öffentlichkeit ausgetragen werden. Dies ist dem Geschäftsmodell Network-Marketing insgesamt ganz sicher nicht zuträglich.
Vielleicht sollten sich alle im Network-Marketing tätigen Unternehmen und deren Vertriebspartner einmal darauf besinnen, dass es ein nahezu unendliches Potenzial an weiteren Geschäftspartnern gibt, die gerade in der heutigen schwierigen wirtschaftlichen Zeit nach finanziellen Problemlösungen suchen. Suchen Sie Ihre neuen Teamkollegen nicht bei Ihrem Network-Marketing-Wettbewerber, sondern zeigen Sie völlig neuen potenziellen Geschäftspartnern die Möglichkeiten und Chancen des Direktvertriebs.
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