Das obermegasupergeile Geschäft
Manche Dinge kommen so regelmäßig wie Weihnachten und Ostern. Zum Beispiel Angebote für ein „supergeiles Geschäft“, bei dem man angeblich über Nacht richtig Geld in die Kasse bekommt. Genauer gesagt, 75.000 US-Dollar auf einen Schlag für den Abschluss und Übertrag eines eigenen Versicherungsvertrags oder den Versicherungsvertrag auf die Frau, die Kinder, die Tante usw., nur die Oma darf nicht mehr mitspielen, weil sie schon über sechzig ist. Da wird dann flott gerechnet: Familie, Vater, Mutter und drei Kinder, macht fünfmal 75.000 Dollar. Macht glatte 375.000 Dollar auf Papas Pril-gepflegte Hände. Davor hatten wir schon vor Jahren gewarnt, nun scheinen ein paar ganz Schlaue dieses „supergeile Geschäft“ erneut ausgegraben zu haben. Also erneute Warnung, Hände weg davon!
Aber das ist ja noch nicht alles: Dieses Vermögen kann man, sagen wir mal ... glatt verdoppeln oder verdreifachen, wenn man einige Freunde, Bekannte und nicht zu vergessen, die ganze nette Verwandtschaft „fragen tut“, ob sie auch gerne 75.000 Dollar fürs Nichtstun haben möchten. Wobei, gar nichts gekostet kann man auch nicht sagen. Lumpige 50 Dollar musste man schon einbezahlen. Allerdings nicht auf ein herkömmliches Konto, sondern auf ein nicht nachverfolgbares Transit-Konto. Komisch?
Naja, vielleicht haben die netten Herren von der Versicherung Angst, dass es sich jemand anders überlegt und seine 50-Dollar-Überweisung einfach wieder zurückholt? Ein „Rücküberfall per Überweisung“ sozusagen. Das wollen sie dann doch nicht riskieren, deshalb der Weg der verschlungenen Geldpfade. Aber immerhin: Für 50 Dollar Hochspannung wie beim Tatort.
Vielleicht spielen wir sogar live bei einem Tatort mit und wissen es gar nicht? Der Kommissar legt die Fakten auf den Tisch: Der anvisierte Geschäftspartner, nennen wir ihn einmal beispielhaft Herrn Opfer, zahlt 50 Dollar auf dieses ominöse, nicht nachverfolgbare Transit-Konto. Das Geld ist zumindest weg. Darum müssen wir uns nicht mehr kümmern.
Nun unterschreibt Herr Opfer einen Versicherungsvertrag, bezahlt aber nie etwas in diesen Vertrag ein. Denn das übernimmt ein Multi-Milliardär, der offensichtlich vom Geldzählen so geschädigt ist, dass ihn keine Versicherung der Welt als Versicherungsnehmer haben möchte. Also kauft er Lebensversicherungen. Nicht diejenigen, die schon lange laufen und einen Wert darstellen, nein, er möchte lieber ganz neue Lebensversicherungen, da riecht das Papier noch so schön frisch. Und außerdem, es gibt sicher auf der Welt mehr Menschen, die 50 Dollar einbezahlen um 75.000 Dollar zu bekommen, als Menschen, die gerade eine alte Lebensversicherung verkaufen wollen.
Und jeder, der eine solche jungfräuliche Versicherungspolice dem Multi-Milliardär in die Hand drückt, bekommt die 75.000 Dollar auf die Kralle. Das ist ja wirklich ganz einfach zu verstehen. Was war nun mit den Gebühren? Wer wird denn da so kleinlich sein und 50 Dollar nachweinen, wenn das Versprechen vorliegt, dass 75.000 Dollar zurückfließen? Nicht gleich, bitte schön! Der Herr Multi-Milliardär kann ja nicht jeden Tag ausbezahlen. Das wäre seiner Gesundheit nicht zuträglich. Er lässt immer eine Menge Verträge zusammen kommen, und dann ist Zahltag.
Sollte die gewünschte Verträge-Anzahl allerdings nicht zusammen kommen, könnte es sein, dass Herr Multi-Milliardär sehr böse wird und überhaupt nichts mehr ausbezahlt. Und weil er sich über diese erbärmlichen Versicherungsnehmer, die nicht in der Lage sind, eine weitere Menge Interessenten beizubringen, so ärgern muss, darf er, sozusagen als Ärgernis-Entgeld die 50 Dollar behalten. Das ist doch durchaus verständlich, Herr Multi-Milliardär muss ja auch schauen, wo er bleibt.
Alle haben dieses supergeile Geschäft verstanden, nur die Network-Karriere-Redaktion nicht. Deshalb hat sie von einem der Multi-Milliardär-Handlanger einen bösen Brief bekommen: „Sie haben nichts verstanden, Banker und Versicherungsmanager sind begeistert von diesem Geschäft.“ Und ein Anderer haucht in ein Taschentuch über dem Telefonhörer: „Wir werden dich verklagen, wenn du weiter böse schreibst!“.
Nun ja, liebe Herren Multi-Milliardär-Handlanger, wenn ich auf Ihrem Stuhl sitzen würde, wäre ich bei den massenhaften 50-Dollar-Einzahlungen auch stinkig, wenn jemand mein obermegasupergeiles Geschäft einfach in Frage stellt und partout nicht verstehen will, dass es Leute gibt, die massenhaft 75.000 Dollar verschenken wollen.
Bernd Seitz
Wenn Sie immer aktuell darüber informiert werden wollen, was sich in der spannenden Network-Marketing- und Direktvertriebs-Branche tut und mit welchen Tricks manche versuchen, die millionenfachen Kundenkontakte der Beraterinnen und Berater zu nutzen, sollten Sie die Network-Karriere im preisgünstigen Abonnement haben.
Hier können Sie Ihr Vorteils-Abo NK bestellen


























