Lösegeldforderung für gehakten Computer: Zahlen oder nicht zahlen?

Immer mehr werden Rechner von Behörden und Firmen von Cyberkriminellen massiv angegriffen und komplett gesperrt. Ganz offen werden die Betroffenen aufgefordert, ein Lösegeld zwischen 200 und 800 US-Dollar und auch mehr zu bezahlen. Dies soll dann durch eine nicht nachverfolgbare Überweisung in BitCoins erfolgen.

Zunehmend sind nun auch Network-Marketing-Unternehmen, Herstellerfirmen und Vertriebsorganisationen betroffen. Die Ransomware, wie die Rechnerkiller-Software heißt, ist zwischenzeitlich weltweit ein solch großes Problem, dass selber das amerikanische FBI empfiehlt, einfach das Lösegeld zu bezahlen. Was also tun? Zahlen oder nicht zahlen?

 

Kaspersky, ein weltweites Intnernet-Sicherheitsunternehmen sagt dazu: Zahlen ist eine schlechte Empfehlung. Denn niemand kann garantieren, dass das Opfer einer erpresserischen Ransomware seine Daten nach Zahlung des Lösegelds zurück bekommt. Wenn man das Lösegeld bezahlt, unterstützt man nicht nur die kriminellen Täter, sondern hilft ihnen auch, zukünftige Verbrechen zu finanzieren. Wenn Cyberkriminelle sehen, dass ein Schadprogramm Profit bringt, ermutigt sie das nur, ihre Betrügereien fortzusetzen.

 

Außerdem ist es möglich durch die Ransomware gesperrten Dateien oft kostenlose zurück bekommen – ohne das Lösegeld zu bezahlen. Sicherheitsfirmen bieten dafür im Internet Entschlüsselungs-Tools. Bei der Untersuchung cyberkrimineller Aktionen finden die Polizei und Sicherheits-Experten oft auch Entschlüsselungs-Keys auf schädlichen Servern und geben diese online weiter. Der für die Opfer so wertvolle Entschlüsselungs-Key kann also vielleicht auf einer speziellen Webseite gefunden werden, etwa No Ransom von Kaspersky Lab.

 

Kaspersky Lab und die niederländische Polizei schafften es in einer gemeinsamen Aktion, einen Ransomware-Ring zu schließen, der Zehntausende Opfer in über 100 Ländern befallen hatte. Kaspersky konnte alle Entschlüsselungs-Keys für Dateien, die von CoinVault und Bitcryptor verschlüsselt wurden, bekommen und die niederländische Polizei fasste die verdächtigen Täter.

 

Insgesamt stehen auf der No-Ransom-Webseite nun über 14.000 Entschlüsselungs-Keys für die Opfer von CoinVault und Bitcryptor bereit, so dass diese kein Lösegeld bezahlen müssen. Wenn also Dateien auf Ihrem Computer von einem dieser Schädlinge verschlüsselt wurden, empfehlen wir Ihnen, die kostenlosen Schlüssel von noransom.kaspersky.com herunter zu laden und das geforderte Lösegeld nicht zu bezahlen.

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