Sind Sie auch ein E-Mail- Sklave?

Ja, es ist verführerisch. E-Mail sei Dank können Sie binnen Nanosekunden eine Nachricht von hier nach Honolulu senden. Und theoretisch können Sie auch binnen Nanosekunden Antwort erhalten. Vorsicht, Falle! Wenn Sie sich von den technischen Medienmöglichkeiten diktieren lassen, in welcher Geschwindigkeit Sie senden und Antwort erwarten, degradieren Sie sich und Ihre Kommunikationspartner zu Sklaven. Denn nur Sklaven sind ständig erreichbar.

Erste Hilfe: Alles, was wirklich wichtig und dringend ist, persönlich am Telefon oder per SMS kommunizieren. Den Notarzt rufen Sie ja auch nicht per E-Mail. Erwarten Sie deshalb auch nicht, dass Ihre Kommunikationspartner rund um die Uhr vor dem Mail-Programm sitzen und so lange auf "Empfangen" drücken, bis Ihre E-Mail eintrifft und diese dann sofort beantworten. Ein paar Tage Antwortzeit sind im privaten Kontext völlig in Ordnung. Falls Sie das Gefühl haben, der Sender wartet sehnsüchtig, schreiben Sie kurz und knapp zurück, dass Sie in den nächsten Tagen ausführlicher antworten. Profi-Tipp: Kommunizieren Sie Ihre persönlichen E-Mail-Öffnungszeiten in Ihrer Signatur.

Hier lauert die E-Mail-Flut: Auch wenn Sie Ihr E-Mail-Postfach "nur"“ privat nützen. Tun Sie alles dafür, dass unerwünschte Werbung draußen bleibt. Das heißt: Installieren Sie einen Spam-Filter und aktivieren Sie den Spam-Schutz Ihres Programmes. Was dennoch reinkommt, markieren Sie als "Spam" oder "Werbung", so lernt Ihr Programm die Spreu vom Weizen zu trennen. Falls es in Ihrem Freundeskreis Menschen gibt, die der Meinung sind, sie müssten Ihnen das Wachsen jedes Gartengrashalms per E-Mail mitteilen oder Ihre Mailbox mit "lustigen" Fotos und Filmchen verstopfen, seien Sie ebenso rigoros und antworten Sie freundlich, dass Ihnen Ihre Lebenszeit zu kurz für Informationen ohne Mehrwert ist.


Erste Hilfe: Lesen Sie die Gebrauchsanleitung! Ihr Mail-Programm ist schlauer, als Sie denken! Warum nutzen Sie nur die Hälfte dessen, was die Software eigentlich kann, um stress- und werbefreie Kommunikation zu ermöglichen? Weil Sie nicht wissen, wie die andere Hälfte geht. Das sollten Sie ändern! Investieren Sie einmal eine Stunde und sehen Sie sich im Internet Gebrauchsanleitungen auf YouTube an, die Ihnen helfen z.B. Regeln zu aktivieren, Nachrichten automatisch zu archivieren, Werbung zu verhindern und vieles mehr. Das kostet ein Mal Zeit, spart dann aber jede Menge! Und noch ein einfacher Trick: Wer E-Mails sät, wird E-Mails ernten: Senden Sie 30 Prozent weniger E-Mails, dann erhalten Sie 30 Prozent weniger. So einfach ist das.
 
Anitra Eggler
www.anitra-eggler.com