Wie man erfahrene Networker auf faire Weise gewinnt

In den vergangenen 15 Jahren habe ich zwei interessante Erfahrungen gemacht: Erstens, dass mehr als 96 Prozent aller Partner, die von einer anderen Firma abgeworben wurden, auch das neue Unternehmen schnell wieder verlassen. Zweitens, dass einige der größten und erfolgreichsten Network-Führungskräfte zuvor bei anderen Unternehmen waren.

Den Unterschied zwischen Success-Stories und dem Fallobst der Dauerwechsler erkennen wir nicht, wenn wir uns fragen, OB jemand ein früheres Unternehmen verlassen hat. Sondern wenn wir uns fragen, WARUM dies der Fall war. Bei mehr als 96 Prozent aller Networker lautet der Grund: "Weil es zu anstrengend war, die nötigen Hürden zu überwinden." Diese Menschen gibt es zuhauf. Und sie sind  leicht zu gewinnen: Man braucht sie nur zu überzeugen, dass es in der neuen Firma keine Hürden gibt und dort alles viel besser sei. Ruckzuck ist der Vertriebspartnerantrag unterschrieben. Aber dass diese Sorte Leute erfolgreich wird, weil sie zu Ihrer Firma wechseln, ist ziemlich unwahrscheinlich. Schließlich nehmen diese Menschen immer sich selbst und ihre Arbeitshaltung mit in das neue Unternehmen.

Dann gibt es aber noch die zweite, kleinere Gruppe. Diese Menschen verlassen ihr Unternehmen nicht, weil sie aufgeben. Der Grund für ihre Entscheidung ist ein anderer: „Weil ich hier trotz aller Anstrengungen, mein Bestes zu geben, nicht erreichen kann, was ich mir wünsche.“ Dies sind die potentiellen Superstars, die Sie gerne für Ihre Gruppe haben möchten. Denn sie werden auch bei Ihnen ihr Bestes geben. Weil sie ebenfalls sich selbst und ihre Arbeitshaltung mit in das neue Unternehmen bringen.

Was ist der fairste Weg?
In manchen Gartengebieten gilt eine Regel: Unreifes Obst, das am Ast hängt, darf von Fremden nicht gepflückt werden. Früchte hingegen, die bereits vom Baum gefallen sind und sich den Vorbeigehenden reif präsentieren, darf man mitnehmen, weil sie sonst nur ungenutzt verfaulen würden.

Im Network Marketing sehe ich es ähnlich: Natürlich kann man Partner, die noch eine Bindung ans Unternehmen haben, von ihrer Firma abwerben. Aber es ist ähnlich wie im obigen Beispiel: Einerseits gehört es sich nicht, andererseits erhalten wir nur ein unreifes Ergebnis. Jedoch Partnern, die sich bereits vom Unternehmen getrennt haben, einen neuen und zuverlässigen Hafen zu präsentieren, halte ich für einen legitimen Weg, die eigene Gruppe zu vergrößern.


Robert Pauly