Schlechtes Benehmen ist durch nichts zu entschuldigen

Im Geschäftsleben, aber auch Privat kommt es immer öfters vor, dass wir es mit besonders unhöflichen Menschen zu tun haben. Nichts ist schwieriger, als auf höfliche Art mit unhöflichen Menschen umzugehen, und gerade da zeigt sich Stil. Schaffe ich es, bei groben Zeitgenossen Haltung zu bewahren, oder begebe ich mich auf das Niveau? Nandine Meyden, Deutschlands Knicke- Spezialistin weiß Rat.

Das ist wichtig: Bleiben Sie immer ruhig, erheben Sie Ihre Stimme nicht. Sonst artet es in eine verbale Schlacht aus – Sie erreichen damit bestimmt nicht mehr.  Verwenden Sie nur höfliches, "stubenreines" Vokabular. Sie sollten sich in jeder Situation so ausdrücken, dass auch Ihr Chef, Ihr wichtigster Kunde oder Ihre Kinder zuhören können, ohne dass Sie sich im Nachhinein schämen müssen.


Sprechen Sie Ihre Wünsche höflich, aber bestimmt und klar aus. Beschreiben Sie kurz, was Sie stört.  Sprechen Sie von sich aus, in der "Ich-Form", nicht mit "man"-Formulierungen: "Ich möchte...mich stört..."  Beispiel: "Die Musik Ihres Walkmans ist bis zu mir drei Sitze weiter zu hören. Bitte stellen Sie ihn doch etwas leiser ein. Ich kann mich sonst nicht mehr auf mein Buch konzentrieren." Wenn Sie merken, dass Ihre Gefühle zu kochen beginnen, denken Sie an folgendes: Schlechtes Benehmen ist durch nichts zu entschuldigen.


Anselm Feuerbach (1829-80) sagte: "Taktlosigkeit ist der lästigste und widerwärtigste der menschlichen Fehler; denn du kannst dich nicht verteidigen, nicht einmal durch Grobheit." Das gilt nicht nur für Taktlosigkeit, sondern für die meisten Formen von schlechtem Benehmen und Rücksichtslosigkeit.  Bei hartnäckigen Personen, die trotz einer Bitte und einer zweiten höflichen Aufforderung weiter Sie und vielleicht auch andere belästigen, können Sie nur Folgendes tun: Wiederholen Sie Ihre Bitte noch einmal ruhig, freundlich und höflich. Wenden Sie sich ggf. an jemand, der das Hausrecht hat: Zugpersonal, Kellner etc.


Was tun, wenn Sie jemand dauernd unterbricht: Setzen Sie die Körpersprache ein: Neigen Sie sich nach vorne, heben Sie die Hand, intensivieren Sie den Blickkontakt. Sagen Sie Folgendes: "Entschuldigung, ich war noch nicht fertig". Beenden Sie dann Ihren Satz. Lächeln Sie dabei immer. Arbeiten Sie auch hier mit der Technik "Sprung in der Platte". Wiederholen Sie immer wieder: "Entschuldigung, ich war noch nicht fertig." Weisen Sie ruhig und höflich darauf hin, dass Sie nun schon mehrfach darum gebeten haben, zu Ende sprechen zu können.


Bei hartnäckigen Zeitgenossen: Sprechen Sie die Menschen wiederholt mit ihrem Namen an, das bewirkt meistens, dass sie kurz stoppen, dann können Sie wieder erklären, dass Sie eigentlich an der Reihe sind und zu Ende sprechen.


Nandine Meyden

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