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Zu wenig getrunken: Wenn ein heißer Sommertag zum Fall für den Rettungsdienst wird

  • 24.08.2026

Ein Glas Wasser klingt nach einer Kleinigkeit. An heißen Sommertagen kann ausreichend Flüssigkeit jedoch eine ganz andere Bedeutung bekommen, besonders für ältere Menschen. Was zunächst mit Müdigkeit, Kopfschmerzen oder Konzentrationsproblemen beginnt, kann sich bei zunehmendem Flüssigkeitsmangel zu einem ernsthaften gesundheitlichen Problem entwickeln.

 

Wie schnell das passieren kann, schildert Georg Lehmacher in der aktuellen Ausgabe der Network-Karriere. Der Kommunikationsdesigner und Autor kennt solche Situationen nicht nur aus der Theorie. Seit 1982 arbeitet er im Rettungsdienst und hat in mehr als vier Jahrzehnten zahlreiche Einsätze erlebt. In seinem aktuellen Beitrag nimmt er die Leser mit zu einem älteren Mann, bei dem aus etwas scheinbar Alltäglichem plötzlich ein medizinischer Einsatz wird.

 

Wasser ist für den Körper weit mehr als ein Durstlöscher

 

Flüssigkeit erfüllt im menschlichen Körper zahlreiche wichtige Aufgaben. Wasser unterstützt unter anderem den Transport von Nährstoffen, die Regulation der Körpertemperatur und die Stabilität des Kreislaufs. Auch Gehirn, Muskeln und Organe sind darauf angewiesen, dass dem Körper ausreichend Flüssigkeit zur Verfügung steht.

 

Besonders an heißen Tagen verliert der Körper durch Schwitzen viel Wasser. Solange dieser Verlust ausgeglichen wird, ist das ein normaler Vorgang. Problematisch kann es werden, wenn über längere Zeit zu wenig getrunken wird.

 

Die ersten Anzeichen sind dabei nicht immer dramatisch. Leichte Kopfschmerzen, Müdigkeit oder Konzentrationsprobleme werden im Alltag schnell anderen Ursachen zugeschrieben. Nimmt der Flüssigkeitsmangel weiter zu, können nach Darstellung des Beitrags unter anderem Schwindel, Muskelkrämpfe, Kreislaufprobleme oder Verwirrtheit hinzukommen. Bei ausgeprägtem Flüssigkeitsmangel können ernsthafte gesundheitliche Komplikationen entstehen.

 

Gerade ältere Menschen sollten im Blick behalten werden

 

Besonders aufmerksam sollten ältere Menschen und deren Angehörige sein. Mit zunehmendem Alter kann das Durstgefühl nachlassen. Der Körper benötigt weiterhin Flüssigkeit, meldet den Bedarf aber möglicherweise weniger deutlich.

 

Hinzu kommt ein sehr menschliches Problem, das Lehmacher aus seiner Erfahrung anspricht. Manche ältere Menschen trinken bewusst weniger, weil sie nachts oder unterwegs nicht so häufig zur Toilette müssen möchten oder Probleme mit Inkontinenz haben. Damit kann unbemerkt eine Situation entstehen, in der der Körper über längere Zeit zu wenig Flüssigkeit erhält.

 

Doch Flüssigkeitsmangel ist keineswegs ausschließlich ein Problem älterer Menschen. Wer körperlich arbeitet, Sport treibt, im Garten aktiv ist oder längere Zeit in der Sonne verbringt, kann ebenfalls mehr Flüssigkeit verlieren, als ihm bewusst ist. Und manchmal ist die Erklärung noch einfacher: Im hektischen Alltag wird das Trinken schlicht vergessen.

 

Nicht nur im Hochsommer ein Thema

 

Auch wenn Hitze das Risiko deutlich erhöhen kann, endet das Thema nicht mit dem Sommer. Über Atmung, Haut und Ausscheidung verliert der menschliche Körper jeden Tag Flüssigkeit. Im Herbst und Winter kann trockene Heizungsluft diesen Effekt zusätzlich verstärken.

 

Weil gleichzeitig häufig weniger Durst verspürt wird, kann auch in der kalten Jahreszeit zu wenig getrunken werden. An heißen Tagen kann sich ein Flüssigkeitsdefizit allerdings schneller verschärfen und im ungünstigen Fall zu einer medizinischen Notlage entwickeln.

 
Ein Rettungsdiensteinsatz, der im Gedächtnis bleibt

 

Wie alltäglich die Ursachen manchmal sein können, zeigt eine Erinnerung Lehmachers an eine ältere Dame. Gegen zwei Uhr nachts wurde der Rettungsdienst zu ihr gerufen. Sie konnte nicht mehr aufstehen, war aber noch weitgehend klar und bat die Helfer zunächst um etwas sehr Einfaches: eine Flasche Wasser.

 

Ihr Sohn, der sie offenbar unterstützte, war am Vortag nicht mehr vorbeigekommen. Der Arzt versorgte die Frau und nahm anschließend Kontaktinformationen des Sohnes auf, damit sich eine solche Situation möglichst nicht wiederholt.

 

Auch der im Beitrag geschilderte Herr Paulick kann nach der Versorgung schließlich wieder über Fußball sprechen. Nach zwei Infusionen geht es ihm besser und die zunächst ernste Situation entspannt sich. Namen und konkrete Einsatzdaten wurden für den Bericht verändert.

 

Am Ende steht eine bemerkenswerte Rechnung. Einen Liter Flüssigkeit hat der Patient durch den Rettungsdienst erhalten. Lehmacher schätzt die Gesamtkosten des Einsatzes auf deutlich über 1.000 Euro und fasst die Situation mit einem augenzwinkernden Gedanken zusammen: Wegen eines Liters „Wasser“ einen Rettungseinsatz auszulösen, geht auch günstiger.

 

Hinter dieser humorvollen Schlussfolgerung steckt allerdings eine ernsthafte Botschaft. Gerade bei Hitze lohnt es sich, nicht erst auf ein starkes Durstgefühl zu warten und auch ältere Angehörige oder Menschen im eigenen Umfeld im Blick zu behalten.

 

Wichtig: Bei gesundheitlichen Beschwerden sollte ärztlicher Rat eingeholt werden. Personen, die nicht oder nicht mehr eindeutig bei Bewusstsein sind, sollten wegen der Gefahr des Verschluckens keine Getränke erhalten. In akuten Notfällen gilt der Notruf 112. Der Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.

 

Die ganze Geschichte von Georg Lehmacher, seine Erfahrungen aus dem Rettungsdienst und warum ein vermeintlich einfacher Flüssigkeitsmangel plötzlich teuer und gefährlich werden kann, lesen Sie in der aktuellen Ausgabe.

 

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