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Wahnsinn, was Kinder und Familien vom Staat bekommen (sollen?)

  • 14.03.2022

In Deutschland leben 13,7 Millionen Kinder, sagt die SPD. Davon ist jedes 5. Kind von Kinderarmut betroffen, sagt das Deutsche Kinderhilfswerk. Kann und möchte sich Deutschland dieses Armutszeugnis leisten? Vor der letzten Bundestagswahl haben SPD, Grüne, FDP und ihre Kandidaten gerade im Bereich Kinder und Familie sehr viel versprochen. Schauen wir doch mal, was unsere heutigen Regierenden unternehmen wollten, wenn ihnen die Wähler die erforderlichen Stimmen geben, was bekanntlich erfolgt ist.

 

Mit der Umsetzung hapert es allerdings, oder besser gesagt, da tut sich nichts. Wahrscheinlich sind Wahlversprechen auch keine richtigen Versprechen, weshalb auch von Konzepten die Rede ist und viele Punkte auf Anhieb erkennen lassen, dass sie, einmal unabhängig einer fehlenden Finanzierung, personell und räumlich gar nicht umsetzbar sind. Wo und wann sollen eine Million Sozialwohnungen gebaut werden? Wo kommen dafür die Facharbeiter und die Baustoffe her? Wie sollen die Krippen- und Kindergartenplätze personell aufgestockt werden? In den Krippen betreut eine Erzieherin im Schnitt fünf Kinder, empfohlen wird ein Verhältnis von 1:3. Eine ähnliche Personalsituation herrscht schon lange in den Kindergarten.

 

Die Grünen legten richtig vor: „In einem reichen Land wie Deutschland soll kein Kind in Armut aufwachsen. Momentan betrifft das jedoch jedes fünfte Kind, Kinder von Alleinerziehenden besonders oft. Daran hat sich in den letzten 20 Jahren nichts geändert. Deshalb werden wir mit einer Kindergrundsicherung Kinderarmut bekämpfen und Familien stärken. Mit guten Kitas und Ganztagsgrundschulen legen wir den Grundstein für faire Chancen und Perspektiven. Eine verlässliche und gute Kinderbetreuung ist das A und O für berufstätige Eltern.

 

Kinderarmut geht meist Wohnungsproblemen durch unbezahlbare Wohnungen einher. Da werden Sie geholfen, sagen die Grünen: Mit mehr Mitteln für den sozialen Wohnungsbau und einem Bundesprogramm „Neue Wohngemeinnützigkeit“ werden wir für eine Million zusätzliche, günstige und dauerhafte Mietwohnungen in den Ballungsräumen sorgen“- Auch der Erwerb von Wohneigentum sollte erleichtert werden. Das hat sich die neue Bundesregierung gleich in den ersten zwei Monaten im Amt wieder anders überlegt und von einem Tag auf den anderen, die bisherige KFW Förderung gestrichen.

 

Auch die SPD ließ es bei ihren Wahlversprechen richtig krachen und kündigte den großen Geldsegen mit einem Konzept für Kindergrundsicherung an. Gleich beim Parteitag verkündet und beschlossen. Dabei legte die SPD-Zahlen zur Situation der Kinder in Deutschland vor: Es gibt 13,7 Millionen Kinder. Davon wächst jedes fünfte Kind, also 20 Prozent in Armut auf. Die Rede ist also von 2.740.000 Kindern, die in Armut leben. “ Bei uns kommen die Kleinen groß raus“, sagt die SPD und verspricht mal ins Blaue hinein:

 

„Im ganzen Land sollen gute und beitragsfreie Kitas, kostenlose Ganztagsangebote für Schulkinder und freie Fahrt mit Bus und Bahn im Nahverkehr für alle Kinder geschaffen werden.

 

Jedes Kind soll direkt auf einer Kinderkarte monatlich 30 Euro Guthaben zur Nutzung beim Sportverein, Musikschule, oder Schwimmbad erhalten.

 

Die bisherigen Familien- und Kindergeldleistungen sollen gebündelt werden, je nach Alter der Kinder sollen so monatlich einer Familie Beträge zwischen 250 und 478 Euro zur Verfügung stehen“.

 

Auch die FDP sprang mit einem Plan für ein Kinderchancengeld auf das Thema Kinderarmut auf.

 

„Das Kinderchancengeld soll aus drei Säulen bestehen: einem Grundbetrag, einem Flexibetrag und einem Chancenpaket. Den Grundbetrag erhalten alle Familien, unabhängig von ihrem Einkommen. Der Flexibetrag hingegen hängt vom Einkommen der Eltern ab und vereint alle bisherigen kindbezogenen Sozialleistungen. Das Chancenpaket schließlich soll bedürftigen Kindern über einen digitalen Zugang unbürokratischen Zugriff auf Bildungs- und Teilhabeangebote wie Sportverein, Musikunterricht oder Nachhilfe sichern“.

 

Dieses Konzept gleicht sich fast auf das Wort mit dem SPD-Konzept. Die Frage, wer es erfunden hat, ist dabei nicht so bedeutend. Wichtiger wäre es zu erfahren, wer was wann umsetzt?

 

Schreiben Sie uns gerne Ihre Meinung zu diesem Thema. Wir werden Ihre Leserbriefe unter Berücksichtigung der DSGVO an die regierenden Parteien und Politiker weiterleiten.

 

leserbriefe@network-karriere.com

 

Herzlichst Ihr

 

Bernd Seitz

 

Herausgeber der Network-Karriere

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